Das Duale System unserer Kantonalkirche

Wieso gibt es eine Kirchgemeinde und eine Pfarrei in einer einzigen katholischen Gemeinde? Gibt es Unterschiede in Struktur und Funktion? Wer gehört zur Kirchgemeinde, welche Funktion hat sie und welche Aufgaben muss die Kirchenpflege lösen?

Das Duale System unserer Kantonalkirche
Gott vergelt's: Den Helfern und Helferinnen der Pfarrei wird beim Freiwilligen-Anlass 2025 mit einem Nachtessen gedankt.

Autor: Christoph Thür, Kirchenpflegepräsident

Wie ist die kath. Kirche bei uns organisiert? Warum gibt es eine duale Struktur (Kanonische und Staatskirchenrechtliche Struktur) und was bedeutet das? Was bedeutet öffentlich-rechtliche Anerkennung?

Die Antworten dazu liegen alle im «Dualen System« der römisch-katholischen Kirche der Schweiz. Damit in der Schweiz die beiden Landeskirchen (protestantische und röm.-kath. Kirche) überhaupt vom Staat anerkannt werden und sie Anspruch auf Steuergelder geltend machen können, müssen sie das schweizerische Recht und den demokratischen Aufbau ihrer Kirchen vom Staat übernehmen. In der röm.-kath. Kirche ist das kanonische Recht massgebend und gibt einen hierarchischen und nicht einen demokratisch gewählten Aufbau vor: Der Papst an der Spitze, gefolgt von den Bischöfen mit den Diözesen und darunter die Pfarreivorsteher mit den Pfarreien. Dies wurde im Kirchengesetz des Kantons Zürich von 2007 verankert, das die beiden Religionsgemeinschaften (prot. und röm.-kath. Kirchen) nicht mehr als privatrechtliche Vereine behandelt, sondern als öffentlich-rechtliche Körperschaften des Kantons Zürich.
 

Die Pfarrei

Der eine Pfeiler des Dualen Systems ist die kanonische Struktur des Bistums Chur mit dessen Vorsteher Bischof Joseph Maria Bonnemain, dem Generalvikar in Zürich, Luis Varandas, und dem Pfarrer César Mawanzi als Vorsteher der Pfarrei Rüti-Dürnten-Bubikon. Dazu zählen alle Mitglieder der röm.-kath. Gemeinschaft unserer Dreifaltigkeitspfarrei. Einmal im Jahr lädt unser Pfarrer deswegen alle Gläubigen zur Pfarreiversammlung ein.

Nach Vereinbarung und Definition der verschiedenen Kompetenzen obliegt der Pfarrei und Diözese die ganze Organisation des «kirchlichen Lebens». Die Dreifaltigkeitsstiftung ist Besitzerin der Liegenschaften. Die Stiftung stellt ihre Gebäude und die zugehörigen Liegenschaften zinsfrei der Kirchgemeinde zur Verfügung. Die Kirchgemeinde ist für deren gesamten Betrieb und Unterhalt verantwortlich.
 

Die Kirchgemeinde

Der andere Pfeiler des Dualen Systems ist die staatskirchenrechtliche Struktur. Die Kirchgemeinde versammelt alle steuerzahlenden Katholiken der Gemeinden Rüti, Dürnten und Bubikon. Die Kirchgemeinde ist demokratisch aufgebaut. Die Kirchgemeindeversammlung ist die Legislative und die dort gewählte Kirchenpflege das Exekutivorgan der Kirchgemeinde. Die Kirchenpflege ist als Repräsentant des staatsrechtlich-demokratischen Pfeilers dieses dualen Systems die Verwalterin der Steuergelder und somit verantwortlich für die gerechte Verteilung der öffentlichen Gelder. Die Kirchenpflege ist verpflichtet, das jährliche Budget der ganzen Pfarrei zu erstellen, darauf zu achten, dass es eingehalten wird und jährlich der Kirchgemeindeversammlung die Jahresrechnung zur Abnahme vorzulegen. Die Kirchenpflege tagt einmal pro Monat und wird als Behörde alle vier Jahre gewählt. 
 

Christoph Thür ist Kirchenpflegepräsident seit 2022

Im laufenden Jahr 2026 sind an der Kirchgemeindeversammlung vom 23.06.2026 wieder Neuwahlen der Kirchpflege und der Rechnungsprüfungskommission vorgesehen. Die Kirchenpflegemitglieder der laufenden Amtsperiode sind seit längerem bemüht, für die kommende Amtsperiode von 2026-2030 genügend neue Mitglieder zu finden. Wir möchten deswegen alle Mitglieder der Kirchgemeinde Rüti-Dürnten-Bubikon motivieren, sich das Datum des Dienstags 23. Juni 2026 um 20 Uhr zu reservieren, um unsere wichtige Kirchgemeindeversammlung zu besuchen. Dabei soll nicht nur die Jahresrechnung des Jahres 2025 abgenommen werden, sondern sollen auch die abtretenden Mitglieder verabschiedet, die Neumitglieder gewählt und im Gremium herzlich willkommen geheissen werden.

Für weitere Informationen zur Pfarrei und Kirchgemeinde besuchen Sie unsere Webseite.